Mittwoch, 2. Mai 2012

Die erste Woche wieder in Deutschland

N`abend!

Nach einer Woche ohne Blogeintrag, ist es nun mal wieder an der Zeit, einen Neuen zu verfassen. Am Mittwoch ging für Katha und mich wieder der Alltag los, dass heißt, für Katha ab in die Praxis und für mich zur Bestrahlung. Hat soweit auch alles gut geklappt, nur waren wir natürlich noch ziemlich müde. Abends habe ich mir dann noch den glorreichen Finaleinzug von den Bayern rein gezogen.

Am Freitag waren wir dann bei meinem betreuenden Onkologen. Wir haben mit ihm über Chemo, Bestrahlung, Umstellung der Schmerzmittel usw. gesprochen. Zudem sollte ich dann am Montag wegen einem Blutbild wieder kommen.

Am Samstag hatte Katha dann mit ihren Mitstudenten ein Treffen, bei dem es um die nächste Zeit im Studium ging (Bachelorarbeit, Prüfungen usw.). Ich konnte noch ein bisschen im Bett liegen bleiben, kam aber dann beim Aufstehen nur sehr schwierig in die Gänge und hatte sehr große Schmerzen am Rücken. Das alleinige Anziehen fiel mir sehr schwer und ich wartete sehnsüchtig auf die neuen Schmerzpflaster aus der Apotheke.

In Absprache mit meinem Arzt bin ich nämlich von meinen Tabletten auf Schmerzpflaster gewechselt, die man alle drei Tage neu aufklebt und die stündlich eine bestimmte Dosis abgeben. Nach der ersten halben Woche damit muss ich sagen, dass die, meiner Meinung nach, besser bei mir wirken, als die Tabletten. Wenn es trotzdem mal zu Schmerzspitzen kommen sollte, habe ich immer noch ein Medikament in Tablettenform hier bei mir und auch Ibuprofen. Nachdem das Pflaster aufgeklebt war, ging es mir auch ein paar Stunden später deutlich besser und ich konnte mit meinen Kumpels zusammen Fußball-Bundesliga gucken.

Den Sonntag nutzten Katha und ich erstmal zum längeren Ausschlafen, woran zumindest bei mir ein Medikament Schuld war. Diese Tablette macht immer recht müde. Die schon wache Katha musste ewig auf das Erwachen von mir warten. Den Rest des Tages verbrachten wir entweder in der Sonne oder auf dem Sofa und ruhten uns aus.

Am Montag lagen dann die letzten Bestrahlungen von Kopf und linker Backe an. Zudem waren wir noch beim Onkologen und musste mit ein wenig Erschrecken fest stellen, dass der Hb-Wert nur bei 6 lag (Normwert bei Männern: 14-18). Somit mussten Blutkonserven für den Donnerstag bestellt werden, um den Hb-Wert ein wenig anzukurbeln. Ob der niedrige Wert jetzt von der Bestrahlung, Tumor oder Organproblemen kommt, wissen wir noch nicht. Die Nieren- und Leberwerte waren jedenfalls immer in Ordnung in letzter Zeit.

Leider ist eine Sache weiterhin konstant geblieben: Undzwar sind das die Wassereinlagerungen in den Beinen und im Bauchbereich. Eventuell kriegen wir am Montag schon neue Infromationen, ansonsten hilft nur ab und zu Lymphdrainage und Kompressionsstrümpfe. Uns ärgert es halt schon, dass unser Onkologe nicht so viel Interesse zeigt, der Ursache auf den Grund zu gehen.

Deswegen haben wir am Montag im Kölner Gefäßzentrum noch einen Termin, um mich mal durchchecken zu lassen. Mein Onkologe ist da leider nicht ganz so auf unserer Seite, aber wir finden, man muss der Sache unbedingt nachgehen. Zudem kam er uns im Umgang mit uns sehr komisch vor, was und doch ziemlich verwundert hat. Mal sehen, wie es weiter geht.

Also morgen dann die Blutkonserven und hoffentlich fühle ich mich danach wieder fitter, da sich dann wieder mehr Sauerstoff in meinem Blut befindet.

Heute ging es zudem mit der Bestrahlung weiter. Wir haben drei neue Felder besprochen, die bestrahlt werden sollen (andere Backe, Hals/Nacken und Rücken). Diese Bestrahlung wird auch so circa zehn Tage dauern.

Auf die Chemo war mein Onkologe überraschender Weise nicht mehr so gut zu sprechen, wie noch vor Dallas. Er meinte, man sollte vielleicht noch lieber eine Immuntherapie mit Interferon und Interleukinen machen, um das Immunsystem mehr auf die Tumorzellen aufmerksam zu machen und anzuregen. Ein weiterer Punkt, der uns verwundert, da wir nicht mit so einer Meinungsänderung gerechnet haben. Na ja, wir sind ja sehr mitdenkende Patienten und haben manchmal den Eindruck, dass das ihn stört. Trotzdem werden wir weiterhin verfolgen, was bei mir gemacht werden soll und ob das vernünftig ist oder nicht.

Gestern war ja hier der 1. Mai, also stand auch wieder das traditionelle Maibaumstellen an. Eigentlich stellen die Junggesellen ihren Angebeteten einen Baum, jedoch ist dieses Jahr Schaltjahr, und da ist es mit der Tradition, zumindest hier in Bonn, etwas anders. Da müssen nämlich die Mädels ran. Somit durfte ich mich ganz doll über einen süßen, kleinen Maibaum mit einem Herz mit meinem Namen drauf, freuen :-) Das schöne Bäumchen könnt ihr unten auf dem Bild sehen. 


Also gut, da wir morgen früh raus müssen, gehen wir mal ab ins Bettchen und halten euch bei Neuigkeiten auf dem Laufenden. Viele Grüße von Katha & Basti

Kommentare:

  1. Wie ärgerlich, dass der Onkologe seine Änderung der Sichtweise (?) nicht erklärt, sondern sich einfach auffällig verhält.
    Ich drücke die Daumen, dass die Ergebnisse der Untersuchung hilfreich sind und die Beine wieder besser durchblutet werden. Dann wird auch er sicher zumindest insgeheim wissen, dass Eure Initiative da gut und sinnvoll war. (Ist sie ja auf jeden Fall; aussitzen kann man so eine Sache nun wirklich nicht. Die Beschwerden sind ja da!)

    Viele Grüße

    Finja

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  2. Hallo Basti, hallo Katha,

    mehr durch Zufall habe ich diesen Blog gefunden und auch in Ruhe durchgelesen, daher schreibe ich jetzt erst, auch wenn ich schon vor einigen Tagen Follower geworden bin.
    Ich drücke Euch die Daumen, das alles gut wird. Ich bin in meiner Vergangenheit selber auch schon mit dieser Thematik konfrontiert worden, als ein mir sehr wichtiger Mensch schwer erkrankte.
    Gemeinsam den Weg zu gehen, bedeutet unheimlich viel Kraft aufzuwenden, aber auch unglaublich viel Kraft zu gewinnen, den jedes kleine Erfolgserlebnis auslöst.
    Ihr habt meinen ehrlichen Respekt.
    Ich freue mich auch den nächsten Beitrag und werde Euch nun "begleiten". Danke für diesen Blog. :-)

    Liebe Grüße
    Oliver

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