Sonntag, 17. Februar 2013

Teneriffa fällt vorerst aus

Wir haben leider nicht so gute Neuigkeiten, denn wir werden morgen nicht nach Teneriffa fliegen :-(
Und zwar waren wir ja heute nochmal in der Kinderklinik, um die offenen Stellen am Stumpfi checken zu lassen und um die Medikation für den Urlaub zu besprechen.
 Die Wunden am Stumpfi sehen auch schon ein bisschen besser aus, als gestern, man konnte jedoch durch den gestrigen Abstrich jetzt doch Bakterien nachweisen. Dies würde auch zu den Entzündungswerten passen, die mit einem CRP-Wert von 140 immer noch hoch sind und auch trotz der Antibiotika-Tabletten nicht runter gehen.
Des Weiteren haben sich die Hautschäden am rechten Oberarm insofern verschlechtert, dass auch hier bald offene Hautstellen sein werden, was nur noch eine Frage der Zeit ist. Das würde bedeuten, dass wir nicht nur den Stumpfi regelmäßig steril verbinden müssten, sondern auch den Arm und eventuell noch weitere Körperstellen versorgt werde müssten. Hinzu kommt, dass Basti dadurch absolutes Sonnenverbot (selbst indirekte Sonnenstrahlen gilt es zu vermeiden) hat und dazu verpflichtet ist, lange Klamotten zu tragen. Da muss man sich dann die Frage stellen, in wie weit man dann einen Urlaub bei 23 ° C am Meer genießen kann :(
Zusätzlich haben die Ärzte aus der Kinderklinik auch Bedenken, was die Hygiene in Spanien anbetrifft. Basti dürfte sich dort auf keinen Fall duschen und auch sonst weiß man ja nicht, was bei den wärmeren Temperaturen dort so rumfliegt, was eventuell infizieren könnte.

Letztendlich haben sie uns die Entscheidung überlassen, denn bei so einer Erkrankung steht natürlich die Meinung des Patientin an erster Stelle. Wenn es Basti jetzt tumorbedingt so schlecht gehen würde, dass dies eventuell unser letzter Urlaub sein würde, dann wäre es natürlich klar, dass wir fliegen würden. Aber da es Basti zur Zeit, was den Tumor anbetrifft, sehr gut geht, wollen wir es nicht riskieren, dass er sich noch eine Blutvergiftung oder Ähnliches einfängt, die man im schlimmsten Fall nicht mehr in den Griff bekommen würde, da Bastis Immunsystem durch die Chemotherapie ja geschwächt ist. Dafür gibt es nun mal zu viele Fälle, wo die Patienten dann an den Nebenwirkungen der Chemotherapie versterben, als an dem eigentlichen Tumor an sich. Und da sind wir der Meinung, dass das nicht sein muss. Basti macht nun seit fünf Monaten am Stück die Chemo und dies ja auch bisher recht erfolgreich. Da wollen wir jede andere Art von Gefährdung natürlich umgehen, die gar nichts mit dem Tumor an sich zu tun hat, wie in diesem Fall eine schlimme Wundinfektion mit der Gefahr einer Blutvergiftung.

Der Plan sieht jetzt so aus, dass bereits heute schon die Antibiotika-Tabletten zum dritten Male gewechselt wurden, und dieses Mal handelt es sich wohl um das stärkste Antibiotikum, was man oral einnehmen kann. Zusätzlich wird ab morgen mit einer Antibiotika-Infusions-Therapie gestartet, was aber auch ambulant stattfinden wird. Wir müssen dann halt immer jeden Tag in die Klinik, um die Wunden kontrollieren zu lassen und um die Infusion abzuholen, die nur 30 Minuten lang einlaufen wird, was ja noch in einem guten zeitlichen Rahmen ist.

Als Alternative werden wird dann hier in Bonn ein wenig Urlaub machen, eventuell ein paar Tagesausflüge machen und ansonsten zu Hause ein paar schöne Dinge unternehmen.
Mit unserem neuen "Up" sind wir nun ja auch sehr mobil und flexibel, so dass wir auch spontan mal etwas unternehmen können.
Der Teneriffa-Urlaub ist natürlich nur verschoben, denn auf die Insel möchten wir unbedingt mal, aber dann wohl zu einem anderen Zeitpunkt ;-)

Wir denken, dass es ist richtige Entscheidung ist, denn was bringt es uns, wenn wir den Urlaub gemacht hätten und wenn Basti danach schwer krank gewesen wäre, weil sich in den zehn Tagen ohne die Antibiotika-Infusionen mit regelmäßigen Blutbildkontrollen irgendwelche Erreger ausgebreitet hätten? So ist die Aussicht sehr gut, dass man durch die Antibiotika-Infusionstherapie die ganzen Hautreaktionen in den Griff bekommt, und dass die Symptome auch bald abklingen werden. Eventuell wäre dies auch noch in den zehn Tagen nach dem Urlaub möglich gewesen, aber mit dem Gewissen, dass es dann vielleicht auch schon zu spät ist, möchten wir definitiv nicht nach Teneriffa fliegen. Bastis Gesundheit geht da auf jeden Fall vor, denn wir haben ja noch einige Zukunftspläne =)
Natürlich sind wir jetzt etwas bedrückt, weil wir uns schon so auf den Urlaub gefreut haben, aber wie gesagt, aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben.

Einen schönen Abend wünschen euch Basti & Katha

Kommentare:

  1. Liebe Katha, Lieber Basti,

    schade, ich hatte mich so für euch gefreut.
    Aber ihr habt schon Recht, Bastis Zustand geht vor - und so eine Blutvergiftung ist manchmal schneller da als einem lieb ist.
    Ich wünsch euch hier eine gute Zeit und viel Kraft für alles!!!

    Alles liebe
    Gabi

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  2. Hi ihr beiden...,das sind natürlich mal keine guten Nachrichten!
    Wir haben es euch so sehr gewünscht.
    Habt weiter die Kraft das durch zustehen!!!
    Ganz Liebe Grüsse von Leonie,Cora,Nathalie und Frank

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  3. Ach, so ein Mist! Aber die Entscheidung ist die einzig richtige, keine Frage. Gute Erholung und macht Euch trotzdem nette Tage!

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  4. Och mensch, das tut mir Leid für euch!
    Ich hätte mir so gewünscht dass ihr mal ein bisschen Abstand bekommt und ein wenig Sonne genießen könnt!
    Ich wünsch euch aber dann für die Ausflüge ganz viel Spaß :)
    Ganz Liebe Grüße, Marina

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  5. Hey ihr zwei, das tut mir Leid mit eurem Urlaub. Aber ich macht sicher das Richtige. Und den Urlaub könnt ihr bei Zeiten immer noch nachholen. Genießt eure Ausflüge! :-)

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  6. Nicht bedrückt sein, die Insel, die Sonne und das Meer können geduldig warten... :-)

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  7. Hallo Basti & Katha;

    Das tut mir aber echt Leid für euch! Ich hoffe, daß Ihr eure Reise noch im Frühjahr nachholen könnt, auch wenn die Insel noch nen bisschen länger da sein wird...

    Wenn ich so lese, was ihr so alles in eurem Alter schon durchmachen müsst, sag ich mir manchmal, muß ich mir manchmal doch sagen, daß es mir trotz bösartigem Hirntumor (Glioblastom Grad IV) doch eigentlich noch echt gut geht, auch wenn ich vielleicht wieder ein Rezidiv hab und im Moment ne Art Grippe auskurieren muß...

    Viel Kraft für euch und Glück, daß Ihr bald nach Tenneriffa fliegen könnt!

    Liebe Grüße,

    Kai-Hoger

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  8. Lieber Basti, liebe Katha,

    ihr habt Euch ja viele Gedanken gemacht zu Eurem Urlaub und dann die Entscheidung getroffen, nicht nach Teneriffa zu reisen. Nach dem, was Ihr berichtet und ich lese, erscheint es mir gut, dass Ihr Euch - schweren Herzens- zum Hierbleiben entschieden habt. Ich wünsche Euch, dass Ihr gemeinsam freie Zeit habt, ohne Termine und Druck, und Euch beide auch hier erholen könnt, trotz der kalten Temperaturen fernab von Palmen und Strand...
    Gute Wundheilung und Wirkung des neuen Antibiotikums und nicht zu lange Wartezeiten in der Klinik wünsche ich Dir, lieber Basti.

    Deine/Eure Betina

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  9. Hallo ihr beiden, ich habe leider keine Emailadresse von euch entdeckt. Deshalb frag ich hier jetzt einfach ganz frech. Ihr verfolgt den Blog von Anne (echium) ja auch. Ich hab so lange nichts von ihr gehört und mache mir Sorgen. Auf meine Email reagiert sie leider auch nicht. Wisst ihr etwas?

    Zu euch: Ich lese hier ab und an mit. Schade, dass ihr euren Urlaub verschieben musstet. Ich weiß, wie sich das anfühlt. Habs 2010 durch, als ich meine Diagnose bekam.
    Aber ich bin froh, dass ihr vernünftig seid und Zuhause bleibt. So seid ihr auf der sicheren Seite und den Urlaub holt ihr nach, dafür mit viel mehr Freude :-)

    Liebe Grüße
    Yvonne - maedchenhaftes

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  10. Hey ihr Beiden,

    wirklich ärgerlich, aber eure Entscheidung war wohl die richtige. Ich hoffe dir Basti geht es schon wieder etwas besser?
    Man hört ja gar nichts mehr von euch.
    Ich hoffe bis ganz,ganz bald!

    Liebe Grüße von der Nordsee,
    Eileen

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