Dienstag, 31. Januar 2012

Bestrahlung Tag 3

Hey Leute,

heute wurde mein Arm zum dritten Mal bestrahlt, aber es ist natürlich noch viel zu früh, um schon irgendwelche Ergebnisse erwarten zu dürfen. Genauso wie bei der Tablettenchemo. Habe meine ersten zehn Tage durch und war heute nochmal in der Klinik. Blutbild ist gut, in meinem Fall wohl im Moment eher ein schwacher Trost, aber naja.
Ansonsten wäre wie gesagt entweder die Überlegung mit den Tabletten weiter zu machen oder aber vlt. schon bald auf die Infusionschemo zu wechseln. Desweiteren war ich noch bei meinem Arzt, der neben Schuldmedizin auch ganzheitliche Tumorbehandlung macht. Er will sich die Tage ein Konzept für eine Stärkung meines Immunsystems überlegen und wie wir den Tumor noch ärgern können. Klar versprechen kann er natürlich auch nichts, aber bei meinem seltenen Fall bin ich einfach mittlerweile der Meinung, dass man nichts unversucht lassen sollte.
Morgen werd ich da erstmal viel Blut abgeben und es werden meine "natürlichen Killerzellen", die letztes Mal auch nicht sehr hoch waren, bestimmt. Außerdem sind Hyperthermie (Überwärmung eines Körperteils oder des gesamte Körpers) geplant und vielleicht auch ein intensives Sportprogramm. Die Sporthochschule in Köln macht z.B. Studien über Sport bei Krebserkrankungen und wie er dabei hilft den Körper abwehrstärker zu machen. Seit meiner Erkrankung konnte ich ja daran nicht mehr viel tun.
Außerdem noch einmal eine ausführliche homöopathische Anamnese. Ich habe ja schon lange Zeit vor meinem Tumor gemerkt, dass irgendetwas mit mir nicht stimmt.

Ich weiß selbst, dass es über diese ganzheitliche Tumortherapie nicht immer viele aussagkräftige Studien gibt, aber es ist wohl echt an der Zeit nicht immer nur alles auf die Karte "Chemo" zu setzen, zu Mal die harten Medikamente bei mir ja bisher nur wenig Wirkung gezeigt haben und sie den Tumor nicht stoppen konnten.
Momentan tendiere ich auch eher erstmal dazu mit den Tabletten weiter zu machen und nebenbei das andere Programm zu starten. Leider hab ich auch neue Knubbel entdeckt bzw. sind welche leicht größer geworden, aber ich habe heute extra ja nochmal nachgefragt und es wäre zu früh darauf jetzt schon Rückschlüsse auch die Tabletten zu ziehen. Von der Bestrahlung merke ich ansonsten noch nichts, morgen gehts dann weiter!

Meine Stimmung insgesamt ähnelt, wie die ganze Behandlung bisher, einer Achterbahnfahrt. Manchmal vorsichtig optimistisch, dass doch noch was geht, weil "hey das kann es doch jetzt noch nicht gewesen sein oder?!"
Oft ist es aber auch deprimierend, da man so viele Knubbel sieht und es sich jetzt echt sehr ausgedehnt hat...

Gut gut, das war es dann erstmal wieder. Bis demnächst ;-)

Basti

Kommentare:

  1. Natürlich alles versuchen, unbedingt sogar!! Ganzheitlich klingt doch gut; ich glaube, Homöopathie allein ist es sicher nie bei solch schwerwiegenden Erkrankungen, aber die Kombination aus Schulmedizin und alternativen Methoden kann nur eine gute Idee sein. Hyperthermie ist auch ein Prinzip, das, wie ich finde, sehr einleuchtend ist. Gehst Du dafür nach Österreich oder wo wirst Du Dich diesbezüglich behandeln lassen? Hatte mal wegen einer anderen Problematik eines nahen Verwandten danach gesucht und habe in Erinnerung, dass damals Österreich die beste Variante zu bieten schien; ist aber auch schon drei, vier Jahre her und war eben eine andere Erkrankung.
    Die Knubbel am Körper müssen Dich unheimlich erschrecken; ich wünsche Dir sehr, dass sie in den nächsten Tagen wieder spürbar abschwellen, so dass Du etwas beruhigter in die Therapie gehst.

    Liebe Grüße

    Finja

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  2. Hallo Basti! Du kennst mich wohl nicht, aber ich hoffe es ist in Ordnung wenn ich hier auch mal etwas schreibe!
    In deinem Blogeintrag hast du geschrieben: "Ich habe ja schon lange Zeit vor meinem Tumor gemerkt, dass irgendetwas mit mir nicht stimmt." Ich würde dich gern fragen was du gemerkt hast oder wie du darauf kamst, dass "etwas nicht stimmt" wenn es dir nicht zu persönlich ist! Viele Grüße und ich drücke dir die Daumen! Jonas

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    1. Hey Jonas,

      klar du kannst gerne fragen und ich wollte dir schon länger antworten und hab jetzt gerade mal Zeit & Lust.

      Ja genau, gemerkt, dass mit mir irgendetwas nicht so stimmmt, habe ich schon länger vor der Diagnose. Ich habe zu der Zeit viel Sport getrieben. Fussball habe ich im Verein gespielt (3mal Training 1mal Spiel die Woche), dazu noch in meiner Freizeit Basketball und joggen usw. Und vor allem beim Fussball habe ich mich oft schon nach dem Aufwärmen kraftlos und schlapp gefühlt, obwohl ich eigentlich eine gute Kondition hätte haben müssen, da ich immer beim Training war. Ich habe mich dann mehr durch das Training und die Spiele geschleppt und war nicht mehr so leistungsfähig. Habe dann mit der Zeit auch weniger gespielt.
      Evtl. lag es auch noch an der schlechten Stimmung in unserer Mannschaft, aber die körperlichen Symptome waren ja da. Habe auch generell mehr und schnell geschwitzt als früher, vor allem im Sommer und meine Herzfrequenz war erhöht. Ich deute das alles schon als Anzeichen für den Tumor, nur dass natürlich keiner auf so etwas kommt. Ich war dann ja auch öfters beim Arzt und habe Blutbilder machen lassen, Schilddrüse untersucht, das Herz usw. Alles war aber in Ordnung und keiner konnte mir eine Antwort bezüglich meiner Leistungsschwäche geben...auch wenn ich joggen genangen bin, war das viel anstrengender und schwerer, als in früheren Jahren. Naja, da mag jeder denken wie er will, für mich waren das alles schon Anzeichen und Vorboten des Tumors.

      ich hoffe, ich konnte dir Antwort auf deine Fragen geben ;-)

      viele Grüße, Basti

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